Gesamtschule Bergkamen

Erasmus-Projekt an der WBGE


Erster Schülerbesuch aus Silifke

Bergkamen - Zum ersten Mal sind im Zuge der neuen Schulpartnerschaft zwischen der Willy-Brandt-Gesamtschule und der Schule Atatürk Ortaokulu Silifke türkische Schulkinder zu Gast in Bergkamen. Nachdem sie per Flugzeug am Mittwoch nach Deutschland gereist und dann mit dem Bus nach Bergkamen fuhren, wurden die 16 jungen Schülerinnen und Schüler sowie ihre fünf Lehrer heute offiziell auch von Bürgermeister Roland Schäfer in der Stadt begrüßt.

Zunächst hatten die Kinder den Bergkamener Wochenmarkt besucht und waren von Martin Litzinger durch die Stadtmitte geführt worden. Gemeinsam ging es dann zum Ratssaal des Rathauses, wo es ebenfalls lehrreich wurde. Schäfer erläuterte deutschen und türkischen Kindern, wer normalerweise auf den Plätzen im Ratssaal Platz nimmt und gemeinsam ging man der Bedeutung der Fahnen auf die Spur, die im Ratssaal vertreten sind. Die Deutschland-Fahne erkannten noch alle, auch die der Stadt Bergkamen. Doch dass es sich bei der rot-weiß-grünen Flagge nicht um die italienische, sondern um die des Landes Nordrhein-Westfalen handelte, war schon schwieriger zu erkennen und zu erklären. Begeistert nahmen die Kinder jedoch die Nachricht auf, warum die türkische Flagge zwischen der polnischen und französischen Fahne hing: „In allen drei Ländern haben wir Partnerstädte“, erklärte Schäfer. 


Besuch der türkischen Partnerschule aus Silifke

Eine Lehrer-Delegation unserer türkischen Partnerschule aus Silifke ist vom 05.09.- 12.09.2017 zu Gast in Deutschland. 

Zur Begrüßung und Betreuung der Delegation hat die Willy-Brandt-Gesamtschule ein umfangreiches Programm mit vielfältigen Begegnungen und Unternehmungen entworfen; u. a. gehören Unterrichtshospitationen, aber auch Besuche des Landtages in Düsseldorf und der Zeche Zollverein in Essen dazu. Im Düsseldorfer Landtag bekommt die Delegation Gelegenheit zu einem Treffen mit der Landtagsabgeordneten Susanne Schneider (FDP), die Fragen zum politischen Alltag im Landtag und zu ihren Ressorts Gesundheit, Familie, Soziales und Gleichstellung beantworten wird.  

Ein pädagogischer Schwerpunkt soll zudem die mögliche Förderung der bewährten Schulpartnerschaft im Rahmen des EU-Programms „Erasmus +“ sein.


Schulsanitätsdienst der Willy-Brandt-Gesamtschule erhält Verstärkung

Nach einer 12-wöchigen Ausbildung legten 8 Schülerinnen und Schüler der Klassenstufe 7 ihre Abschlussprüfung erfolgreich ab und stießen im 2. Schulhalbjahr 2016/2017 als Verstärkung zu dem eingespielten Schulsanitätsteam der Willy-Brandt-Gesamtschule.

Die neuen SchulsanitäterInnen sind bestens vorbereitet und freuen sich auf die Arbeit.

Derzeit sorgen rund 40 ausgebildete Schulsanitäter im Schulalltag, bei Sport- und Schulfesten und auf Ausflügen für eine medizinische Erstversorgung. Jede Woche findet ein Treffen der Schulsanitäter statt, bei dem für Notfälle geübt wird, neue Dienstpläne erstellt und die Notfälle der Woche besprochen werden.

Sehr gefreut hat sich die Leiterin des Schulsanitätsdienstes, Lehrerin Nurcan Kaya, als sich beim letzten Treffen zwei Schüler – Dennis L. (8b) und Niklas R. (10d) – und eine Schülerin – Vivian M. (8a) – bereit erklärt haben, die Aufgabe des Gruppensprechers bzw. der Gruppensprecherin zu übernehmen. Sie werden ab jetzt die Gruppentreffen organisieren.

Der Schulsanitätsdienst an der WBG hat eine lange Tradition. Mit ca. 1200 Schülerinnen und Schülern und gut 100 Lehrerinnen und Lehrern ist die WBG eine große Schule. Um den zahlreichen alltäglichen Notfällen und der gesetzlichen Auflage, Erste-Hilfe zu leisten, gerecht zu werden, Anlässe für Erste-Hilfe-Leistungen schnell und richtig zu erkennen und Erste-Hilfe-Maßnahmen unter Berücksichtigung der lebensrettenden Sofortmaßnahmen selbstständig vorzunehmen, sind engagierte Schulsanitäter zwingend notwendig. Auch sind die Schulsanitäter eine große Hilfe bei der Instandhaltung der Sanitätsmaterialien und Sanitätsräume und entlasten so das Lehrpersonal. Der Schulsanitätsdienst freut sich jederzeit über weiteren Zuwachs.


Willy-Brandt-Gesamtschule hat mit Ihrer Partnerschule in Silifke das Projekt „Erste Hilfe über Grenzen – First aid across borders“ ins Leben gerufen

Carolin Schulz, Bildungsreferentin im Jugendrotkreuz Westfalen-Lippe, sprach mit Nurcan Kaya, Lehrerin an der Willy-Brandt-Gesamtschule in Bergkamen, über das von Kaya initiierte und im Rahmen des Erasmus+ -Programms geförderte Projekt „Erste Hilfe über Grenzen – First aid across borders“.

Was genau verbirgt sich hinter „First aid across borders“?

Im Rahmen des Projekts möchten wir von der Willy-Brandt-Gesamtschule in Bergkamenden „klassischen Schulsanitätsdienst“ erweitern und über die Grenzen an die Atatürk Ortaokulu in Silifke, eine Stadt in der Südost-Türkei, transferieren. Es handelt sich dabei um eine „Mittelstufenschule“ mit den Klassen 5 bis 8.

Was ist das Besondere an dem Projekt?

Wie an unserer Schule, gibt es an vielen Schulen in Deutschland bereits seit Jahren einen Schulsanitätsdienst. Schulsanitäter sorgen bei Schul- und Sportfesten, Ausflügen und an ganz normalen Schultagen für Sicherheit und helfen ihren Mitschülern bei Notfällen. Für die Atatürk Ortaokulu ist die Einrichtung eines Schulsanitätsdienstes eine Innovation, da dieser an türkischen Schulen nicht üblich ist. Wir möchten gemeinsam mit unserer Partnerschule kindgerechte Lehrvideos und Lehrmaterialien erstellen, mit denen sich die Schüler identifizieren können, damit sie motivierter arbeiten. Außerdem möchten wir im „digitalen Klassenzimmer“ Unterricht live übertragen, sodass die Schüler der beiden Schulen sich gegenseitig beobachten und verbessern können. Unter „Erste Hilfe über Grenzen“ verstehen wir nicht nur den Transfer des Schulsanitätsdienstes ins Ausland, sondern auch die Etablierung der Multiplikatoren-Ausbildung, um Schüler in die Lage zu versetzen, Vermittler der Ersten Hilfe im Biologieunterricht zu sein.

Wie kam es zu der Zusammenarbeit der beiden Schulen?

Die seit 1994 bestehende Städtepartnerschaft zwischen Bergkamen und Silifke führte schließlich zu einer Schulpartnerschaft: Am 1. Februar 2016 unterzeichneten Emre Duru, ehemaliger Schulleiter der Atatürk Ortaokulu, und Gesamtschulleiterin Ilka Detampel den Partnerschaftsvertag. Nach einem Solarprojekt im Mai 2017 starteten wir mit dem Projekt „Erste Hilfe über Grenzen“. Im November 2017 haben uns fünf Kollegen und die neue Schulleiterin aus Silifke, Seda Gür, besucht. Während des Besuchs wurden die ersten Projektplanungen vorgenommen.

Wie geht es nun weiter?

In diesem März fliegen wir mit zehn unserer Schulsanitäter nach Silifke, um dort zwei Schulsanitäter pro Klasse auszubilden. Wir hoffen dann im nächsten Schritt, die türkischen Schüler an unserer Schule begrüßen zu dürfen, um ihnen vor Ort unseren Schulsanitätsdienst vorzustellen und sie zu Multiplikatoren ausbilden zu können. Unsere Schüler und die Multiplikatoren in Silifke sollen später im Biologieunterricht anhand von selbst hergestellten Lehrvideos und Lehrmaterialien, verknüpft an die vom Curriculum vorgesehenen Themen, ihr Wissen über die Erste Hilfe an ihre Mitschüler weitergeben. Im nächsten Jahr reisen wir dann wieder in die Türkei und erstellen gemeinsam die Lehrmaterialien und -videos. Wir freuen uns, dass uns das Jugendrotkreuz dabei unterstützen wird, Notfallsituationen korrekt darzustellen. Offiziell endet das Projekt im November 2019, aber wir möchten damit fortfahren, Schüler – auch über Ländergrenzen hinweg zu Schulsanitätern und Multiplikatoren auszubilden, die ihr Wissen an ihre Mitschüler weitergeben können. Auch möchten wir weitere Schulen für das Projek tmotivieren: Nach der Erstellung der Lehrmaterialien und Lehrvideos möchten wir diese auf einer eigenen Homepage zur Verfügung stellen. Interessierte können sich zwecks weiterer Informationen gerne an Nurcan Kaya wenden: kaya@gesamtschule-bergkamen.de

Das Interview wurde entnommen aus: IDEE und TAT, Mitteilungsblatt des DRK-Landesverbandes Westfalen-Lippe e.V.


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