Wir ändern die Regeln zur Nutzung digitaler Endgeräte an unserer Schule!

Ohne Frage, digitale Endgeräte sind einerseits ein unverzichtbarer Bestandteil einer zeitgemäßen Lernkultur. Andererseits ist ein unregulierter Medienkonsum eine Gefahr für die psychische Gesundheit und für erfolgreiches Lernen.

Aus diesem Grunde ändern mit Beginn dieses Schuljahres die

Nutzungsregeln für (private) digitale Endgeräte:

Schülerinnen und Schüler dürfen ihre digitalen Endgeräte (also Smartphones, In-Ears, Smartwatches, Smartglasses o. Ä.) weiterhin mitführen. Diese sind jedoch auf dem gesamten Schulgelände (mit Ausnahme des Gebäudes der gymnasialen Oberstufe) ausgeschaltet oder im Flugmodus und in der Schultasche aufzubewahren.

Wichtig ist, dass sich diese Regelung nun auf das gesamte Schulgelände (inklusive der Sporthallen) bezieht. Sobald die Schülerinnen das Gelände erreicht, schaltet sie ihr Gerät aus und bewahrt es bis zum Ende des Schultages um 16:25 Uhr sicher in ihrer Schultasche auf.

Schülerinnen und Schüler der Jahrgänge 5–7 können auch weiterhin die Handyhotels in den Klassenräumen zur sicheren Unterbringung der Geräte nutzen.

Nutzungsregeln für die Schüler und Schülerinnen der gymnasialen Oberstufe:

Unsere Oberstufenschülerinnen und Schüler sind älter und haben sich aus freien Stücken für den Besuch unserer gymnasialen Oberstufe entschieden. Aus diesem Grund ist ihnen die Nutzung digitaler Endgeräte in den Pausen und Freistunden im Gebäude der Oberstufe erlaubt.

Als „unsere Großen“ erwarten wir von ihnen, dass sie das „Handyverbot“ in allen anderen Bereichen des Schulgeländes, allen Gebäudeteilen und allen Schulhöfen akzeptieren (also auch im I-Trakt, im F-Gebäude und auf dem Weg dorthin). Wir wünschen uns, dass sie gute Vorbilder für unsere jüngeren Schülerinnen und Schüler sind!

Warum tun wir das?

Der Grund, warum wir uns – auch nach Beratung mit den Eltern auf den Schulpflegschaftssitzungen – zu dieser Regelung entschieden haben, ist nicht, dass derzeit viele Schulen so verfahren, sondern die Ergebnisse vielfältiger Studien, die den negativen Einfluss einer ständigen und exzessiven Handynutzung auf das Lernen und die psychische Gesundheit nachweisen.

  • Die Jugend-Digital-Studie 2024 zeigt, dass Kinder und Jugendliche mehr als zehn Stunden pro Tag im Internet verbringen, davon mehr als fünf Stunden täglich mit dem Smartphone.
  • Ein Viertel der Jugendlichen zeigt eine „riskante“ , davon 5 % sogar eine pathologische, also krankhafte Mediennutzung.
  • Untersuchungen zeigen, dass allein die Vibration beim Empfang einer Nachricht den Drang auslöst, nachzuschauen, um ja nichts zu verpassen, und damit die notwendige Lernkonzentration massiv stört.
  • Nicht erst der amerikanische Psychologe Jonathan Haidt macht deutlich, dass die ungebremste und ungefilterte Mediennutzung erschreckende Auswirkungen auf die mentale Gesundheit von Kindern und Jugendlichen hat. Dazu zählen Depressionen, Angststörungen, selbstverletzendes Verhalten und Suizide, die mit der Nutzung von Social Media in Verbindung stehen.
  • Untersuchungen rund um die PISA-Studie zeigen auf der anderen Seite, dass Jugendliche, die Benachrichtigungen aus- oder stummschalten, beim Lesen, in Mathe und in Naturwissenschaften um 19 Punkte besser abschneiden.

Und dies sind nicht nur Studien aus der Wissenschaft, sondern all diese Effekte beobachten wir in den letzten Jahren zunehmend im Unterricht und in den Pausen. Es ist erschreckend festzustellen, dass peinliche Fotos und Videos erstellt und leichtsinnig oder sogar beabsichtigt weitergeleitet werden.

Selbst in „normalen“ Pausensituationen beobachten wir, dass mehr Schülerinnen und Schüler auf der Suche nach dem perfekten Insta-Selfie sind, Influencern folgen oder in den sozialen Medien swipen und scrollen, anstatt sich mit den Mitschülerinnen und Mitschülern aus ihrem direkten Umfeld auseinanderzusetzen, mit ihnen zu sprechen, sich bewegen oder zu spielen.

Lernen mit digitalen Medien

Diese Regelung heißt jedoch nicht, dass wir nicht weiterhin mit digitalen Medien lehren und lernen werden. Selbstverständlich arbeiten wir weiter mit den städtischen Ipads im Unterricht und die Regelung, dass das Smartphone für unterrichtliche Lernanlässe genutzt werden darf, wenn der Lehrer/ die Lehrerin dies gestattet, bleibt selbstverständlich weiter bestehen. Auch die Arbeit unserer Medienscouts, die euch in Sachen Digitalität immer mit Rat und Tat zur Seite stehen, bleibt natürlich bestehen. Darüber hinaus wird das Thema „Digitale Medien und Künstliche Intelligenz“ und alles, was damit in Zusammenhang steht, auch weiter Inhalt der unterschiedlichen Fächer bleiben und sogar in Zukunft noch ausgeweitet werden – genau so, wie es für eine aktuelle und erfolgreiche Bildungsarbeit sinnvoll und zeitgemäß ist.

Wir denken, dass damit sehr deutlich wird, dass wir trotz Verzicht auf eine private Gerätenutzung eine digitale Schul- und Unterrichtsentwicklung in das Zentrum unserer Anstrengungen stellen werden.

Selbstverständlich ist auch, dass in Notfall- oder Ausnahmesituationen, wenn z.B. Eltern telefonisch kontaktiert werden müssen, ein Lehrer/eine Lehrerin die Nutzung des Smartphones natürlich erlauben kann.

Beim Verstoß gegen die Regeln

Solle jemand, es jedoch nicht sein lassen können, ein digitales Gerät ohne ausdrückliche Erlaubnis einer Lehrkraft zu nutzen, wird diese es an sich nehmen und es dann im Safe in einem der Sekretariate sicher hinterlegen. Es muss dann von einem Erziehungsberechtigten abgeholt werden.

Somit soll sich jeder gut überlegt, ob er ein digitales Endgerät verbotenerweise benutzt und damit diese „Gefahr“ bewusst in Kauf nimmt. Wer es z.B. für die Hin- und Rückfahrt und/oder die Erreichbarkeit unterwegs braucht, wird sich klugerweise an die Regel halten.

Eltern haben die Schlüsselrolle in der Medienerziehung

Neben einer qualitativ hochwertigen (digitalen) Bildung im Unterricht spielen aber vor allem die Eltern und Erziehungsberechtigte eine Schlüsselrolle.

Wir brauchen Sie, liebe Eltern, als gutes Vorbild für einen „gesunden Umgang“ mit Medien:

  • Bitte helfen Sie mit und seinen Sie ein gutes Vorbild beim Umgang mit digitalen Medien.
  • Sprechen Sie mit Ihren Kindern über Gefahren wie Cybermobbing oder Gewalt im Netz.
  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind regelmäßig über Inhalte, die es im Netz nutzt.
  • Unterstützen Sie Ihr Kind bei einem gesunden Umgang mit digitalen Medien.

Schule & psychische Gesundheit

Wir als Willy-Brandt-Gesamtschule wollen Schule zu einem Ort machen, der sicher und gesund ist. Ohne Ablenkung. Ohne Social-Media-Druck.

Diese Regelung als „digitales Detox für Privatgeräte“ in der Schulzeit soll damit ein Bestandteil eines alltäglichen analog-digitalem Gleichgewichts sein, das für ein gesundes Leben in einer digitalen Gesellschaft so unverzichtbar ist.